Der Countdown läuft – Finanzamt verschärft die gesetzliche Grundlage für Kassensysteme im Einzelhandel!

WICHTIGER HINWEIS:

Seit 01.08.2011 ausgelieferte Schapfl-Scannerkassen mit der aktuellen Kassensoftware SCS bieten alle geforderten gesetzlichen Funktionen. Dank permanenter und sorgfältiger Softwarepflege durch das SCHAPFL-Softwarehaus entspricht die SCS-Kassensoftware immer den aktuellen Anforderungen der deutschen Finanzbehörden!

Neues Kassengesetz beschlossen – das müssen Einzelhändler unbedingt jetzt wissen!

Im Dezember 2016 hat der Gesetzgeber beschlossen, schärfer gegen manipulierbare Ladenkassen vorzugehen. Von dem Gesetz zum „Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen“ sind auch alle ehrlichen Ladenbesitzer betroffen. Wir erklären allen Unternehmern, die Kassen einsetzen, auf was sie sich künftig einstellen, und was sie bereits jetzt beachten müssen.

Lange wurde darüber gestritten. Jetzt ist es fix: Spätestens im Jahr 2020 müssen elektronische Ladenkassen über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung verfügen. Diese Sicherheitseinrichtung besteht aus einem Sicherheitsmodul, einem Speichermedium und einer digitalen Schnittstelle. Technische Details werden in einer gesonderten Rechtsverordnung festgelegt, die in 2017 noch beschlossen werden soll. Erst dann werden die Kassenhersteller verbindlich sagen können, ob bereits vorhandene Kassen nachgerüstet werden können oder neue Modelle angeschafft werden müssen. Für nicht speicherbare Registrierkassen soll es eine Übergangsfrist geben.

Diese Punkte enthielt bereits der frühere Referentenentwurf. Neu ist hingegen die Belegausgabepflicht: Anders als in den Entwürfen vorgesehen, schreibt das Gesetz ab dem Jahr 2020 nun eine Belegausgabepflicht vor, wenn eine elektronische oder computergestützte Kasse eingesetzt wird. Ursprünglich sollte der Beleg nur auf Verlangen des Kunden ausgegeben werden. Das Gesetz sieht vor, dass der Beleg dem Kunden in Papierform oder elektronisch zur Verfügung gestellt werden kann; mitnehmen muss der Kunde ihn allerdings nicht. Neu aufgenommen wurde auch eine Meldepflicht: Dem Finanzamt muss innerhalb eines Monats die Anschaffung oder Außerbetriebnahme des elektronischen Sicherheitssystems mitgeteilt werden.

Achtung: Kassen-Nachschau kommt schon 2018

Bereits ab Januar 2018 wird es eine neue Kontrollmöglichkeit für die Finanzbehörden geben: Mit der sogenannten Kassen-Nachschau soll die ordnungsgemäße Buchung von Kassenein- und –ausgaben zeitnah überprüft werden können. Dazu dürfen die Beamten des Finanzamts ohne vorherige Ankündigung innerhalb der Geschäfts- und Arbeitszeiten die Betriebsräume betreten. Ursprünglich sollte das neue Kontrollinstrument erst ab dem Jahr 2020 gelten – doch es gilt schon ab 1.1.2018!

Elektronische Kassensysteme, die Daten während der Aufbewahrungsfrist von zehn Jahren nicht jederzeit verfügbar, unverzüglich lesbar und maschinell auswertbar speichern können, sollten ab 2017 nicht mehr im Unternehmen eingesetzt werden. Eine anderslautende Übergangsregelegung für ältere Kassenmodelle ist zum 31. Dezember 2016 ausgelaufen! Zudem schreibt das Kassengesetz nun klarstellend vor, dass Geschäftsvorfälle laufenden zu erfassen, einzeln festzuhalten sowie aufzuzeichnen und aufzubewahren sind. Wer Registrierkassen einsetzt, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, läuft Gefahr, dass das Finanzamt eine Hinzuschätzung vornimmt und ggf. ein Strafverfahren einleitet.

Die „offene Ladenkasse“

Trotz heftiger Diskussionen: Eine Kassenpflicht gibt es vorerst nicht. Das heißt, das Führen einer „offenen Ladenkasse“ ist weiterhin möglich. Details zum Kassenbericht und zum Zählprotokoll hat die Oberfinanzdirektion Karlsruhe in einem Merkblatt vom 31. Oktober 2016 veröffentlicht, das auf der Internetseite der OFD abgerufen werden kann. Das Kassengesetz soll vier Jahre nach Inkrafttreten überprüft und falls nötig verschärft werden.

Zeitplan für die Umsetzung des Kassengesetzes:

Bis 31.12.2016

Übergangsregel für ältere Kassen (bereits ausgelaufen)

Ab 01.01.2017

Daten müssen einzeln gespeichert, jederzeit verfügbar, unverzüglich lesbar und maschinell auswertbar sein

Ab 01.01.2018

Kassennachschau jederzeit unangemeldet möglich

Ab 01.01.2020

Kassen benötigen eine zertifizierte Sicherheitseinrichtung; Belegausgabepflicht an Kunden; Meldepflicht über das Aufzeichnungssystem

Bis 31.12.2022

Übergangsfrist für Kassen, die nach dem 25.11.2010 gekauft wurden, läuft aus

Quelle: Bund der Steuerzahler; Ausgabe 01/02 2017
Hinweis: Die Schapfl GmbH kann und darf in steuerlichen und juristischen Fragen nicht beratend tätig sein. Dieses Dokument ersetzt keine fachkundige Beratung durch einen Steuerberater oder Rechtsanwalt. Daher wird für die Aktualität und Richtigkeit der Angaben bzw. der Schlussfolgerungen keine Gewähr übernommen und jegliche Haftung ausgeschlossen.

GDPdU

Die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) enthalten Regeln zur Aufbewahrung digitaler Unterlagen und zur Mitwirkungspflicht der Steuerpflichtigen bei Betriebsprüfungen.

Es handelt sich dabei um eine Verwaltungsanweisung des Bundesfinanzministeriums, in der dieses bestimmte Rechtsnormen aus der Abgabenordnung und dem Umsatzsteuergesetz zur digitalen Aufbewahrung von Buchhaltungen, Buchungsbelegen und Rechnungen konkretisiert.

Die GDPdU wurden durch die GoBD zum 1. Januar 2015 abgelöst.

Quelle: https://de.wikipedia.org

GoBD

Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) regeln die formalen Anforderungen an die Buchführung und die Aufbewahrung von steuerrechtlich relevanten elektronischen Daten und Papierdokumenten unter Bezug auf die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung. Zudem enthalten die GoBD Regeln zum elektronischen Datenzugriff der Finanzverwaltung im Rahmen von Außenprüfungen.

Die GoBD wurden durch Schreiben des Bundesfinanzministeriums am 14. November 2014 veröffentlicht. Die GoBD sind ab 1. Januar 2015 gültig. Sie lösen die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen(GDPdU) und die Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS) ab.

Quelle: https://de.wikipedia.org/